Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Wer einen Dienstplan oder einen komplexen Schichtplan erstellen muss, muss eine Unmenge von Randbedingungen berücksichtigen: Unterschiedliche Verfügbarkeit von Mitarbeitern durch Krankheit, Urlaub und Telzeitbeschäftigung, unterschiedlicher Personalbedarf, der nie zur Verfügbarkeit der Mitarbeiter passt. Und dann gibt es immer wieder Änderungswünsche und Ausfälle.

Wir haben für dieses Problem die Software IntraSail Rota  entwickelt, die diese Herausforderungen in drei Stufen angeht:

  1. In einem Online-Portal können die Mitarbeiter ihre Verfügbarkeit, ihre Lieblingszeiten und ihre weiteren Präferenzen angeben.
  2. Das System erstellt Dienstpläne, bei denen die Flexibilität der Mitarbeiter berücksichtigt wird. Lieblingszeiten und Präferenzen werden bei den flexibelsten Mitarbeitern zuerst berücksichtigt.
  3. Der Dienstplan wird im Online-Portal zur Verfügung gestellt, dort können auch Änderungswünsche erfasst werden. Wer wenig Änderungswünsche hat und bereit ist, auch mal eine Lücke auszufüllen, dessen Lieblingszeiten werden zukünftig ebenfalls stärker berücksichtigt.

So verbinden wir ein effizientes Dienstplanmanagement mit einer Motivation der Mitarbeiter zu Kooperation und Flexibilität. Wenn Sie wissen wollen, wie das genau funktioniert, erhalten Sie hier weitere Informationen.

Falls Sie z.B. in der Anforderungserhebung oder bei sonstigen Ideenfindungen Probleme haben, u.a. vielleicht auch durch zu dominante/schwierige Teilnehmer, gibt es Methoden bzw. Kreativitätstechniken die es dem Einzelnen ermöglichen anonymer Betrag zu leisten, um so zu neuen Ideen zu kommen.

Eine davon ist die Methode 635.

Die Methode 635
Der Name ergibt sich aus:
6 Teilnehmer
3 Ideen
5 mal weitergeben

Man setzt sich mit 6 Personen in eine Runde. Jeder der Teilnehmer notiert, auf einem gleichgroßen Blatt Papier, 3 Ideen in der ersten Zeile einer Tabelle mit 3 Spalten. Jede Spalte hat 6 Zeilen.

Nach einer vordefinierten Zeit wird gleichzeitig das Blatt nach rechts weitergereicht.

Im nächsten Zeitintervall erweitert dann jeder die 3 Ideen, die er auf seinem Blatt hat.

Dieses wird solange wiederholt, bis alle einmal jedes Blatt in der Hand hatten.

(635 Blatt)

Zettel

Danach kann das Ergebnis ausgewertet werden.

Auf diesem Weg kann man bei leichten bis mittleren Problemen ggf. schnell zu neuen Ideen und Lösungen kommen.

In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen warum Softwaretests genügend beachtet werden sollten.

 

Das Testen eines Softwareproduktes wird gerne bei der Planung von Zeiten innerhalb des Projektmanagements vernachlässigt.
Nach Faustformel des iSTQB® sind um die 50% des Gesamtbudgets für Tests einzuplanen.

Man muss immer bedenken, dass der Aufwand für Tests ggf. weit niedriger ist, als die Folgekosten durch nicht aufgedeckte Fehlerzustände.

 

(z.B. Fehler in Steuerungsanlage s.u.)

(z.B. Fehler in Steuerungsanlage)

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Studenka_train_accident_3.jpg

 

Um einzugrenzen, wie hoch das Risko ist und in Folge der Testaufwand sein sollte, kann man nach folgender Formel gehen:

Wahrscheinlich des Schadenseintritts mal die Schadenshöhe

 

Das Testen fängt im Idealfall schon bei der Anforderungserhebung an, wenn es um die Qualitäts der erstellten Dokumente geht.

 

Jörg Friedrich

Watson goes Cloud

Zu Beginn dieses Jahres faszinierte uns Watson, ein IBM-Computer, der im Spiel Jeopardy die menschlichen Meister auf dem Gebiet des assoziativen Wissens schlug. Dieser Sieg einer Maschine über den Menschen bewegt uns deshalb ganz besonders, weil er auf einem Gebiet errungen wurde, das bisher als unsere ureigenste Domäne galt: der Fähigkeit, durch Analogien und Kreativität Schlussfolgerungen ziehen zu können, die sich erst im Nachhinein rational begründen lassen – kurz gesagt: zu raten, Rätsel zu lösen. Darin hat uns nun also, wie es scheint, eine Maschine, ein Computer geschlagen. Man kann natürlich darüber streiten ob er das wirklich getan hat, denn er löste zwar die gestellten Rätsel richtig und das auch noch schneller als jeder Mensch, aber er tat das nicht auf menschliche Weise. Wir würden nicht sagen, dass ein Auto einen Menschen im 100-m-Lauf schlägt, denn jeder sieht, dass das Auto nicht läuft wie ein Mensch, sondern fährt.

Wir können aber weder einem Menschen noch einem Computer beim Rätselraten zusehen, wir sehen nicht wie einer denkt, und wir sehen auch nicht, was die Maschine macht. Wir müssen zugeben: Dass jemand irgendwie intuitiv und kreativ oder scharfsinnig auf die richtige Lösung eines Rätsels gekommen ist, erkennen wir nur am Ergebnis, wie das ging, können wir nicht sehen, so wenig, wie wir sehen können wie das der Computer macht und damit wird beides ununterscheidbar.

Es ist ein wesentlicher Unterschied zwischen den Leistungen herkömmlicher Maschinen und einem Computer wie Watson: Bei der Maschine sieht jedermann auf den ersten Blick, dass die Sache anders läuft als beim Menschen – wie Watson Rätsel löst, können wir nicht sehen, hören, riechen, wir haben kein Sinnesorgan, mit dem wir das Denken beobachten können, es findet hinter einer undurchdringlichen Wand statt, die nicht nur aus Schädelknochen oder Blech besteht, denn selbst wenn wir dahinter schauen, sehen wir kein Denken, sondern nur graue Substanz oder Schaltkreise, und wenn wir überhaupt etwas messen können dann ist es beim Gehirn und beim Computer sogar das selbe, nämlich elektromagnetische Felder, und wir wissen, das diese Felder nicht das Denken sind.

Der Computer kann Rätsel lösen, aber er tut das auf andere Weise als der Mensch. Im Computer wird das Rätsellösen zum mathematisch-logischen Kalkül, verbunden mit effektiven Verfahren zur Suche in großen Datenmengen. So lösen Menschen keine Rätsel, und eigentlich weiß niemand, wie wir das tun.

Aber vielleicht sollten wir versuchen, so zu denken, wie es der Computer tut? Sollen wir unser Gehirn auf das Durchforsten von Fakten trainieren, sollen wir uns in fehlerfreiem Strukturieren, Analysieren und logischem Schließen üben? Werden unsere Entscheidungen dann besser? Und wenn wir da unsere Grenzen haben: Sollen wir nicht die Cloud-Services nutzen, die uns diese Arbeit abnehmen können, und dann unsere Entscheidungen entsprechend ihres Urteils treffen, so wie die alten Griechen auf das Orakel von Delphi gehört haben?

Cloud-Services könnten tatsächlich etwas Orakelhaftes bekommen: Auch wenn wir nämlich glauben, dass Logik und Fakten den Empfehlungen des Services zugrunde liegen, können wir die Logik nicht mehr nachvollziehen, die Fakten nicht mehr prüfen. Somit ist das Ergebnis, der Entscheidungsvorschlag, uns vermutlich nicht mehr transparent.

Besteht also die Gefahr, dass wir uns von der Cloud eines Tages bevormunden lassen? Ja, diese Gefahr besteht, sie wächst in dem Maße, in dem wir zu glauben bereit sind, dass Entscheidungen, die sich rational aus einer umfassenden Faktenanalyse mit logischen Schlussverfahren gewinnen lassen, die besseren Entscheidungen sind, und dass wir diese Entscheidungen akzeptieren und im Handeln befolgen müssen. Dieses Handeln wäre dann allerdings im eigentlichen Sinne kein Handeln mehr, es wäre nur noch ein „sich verhalten“. Ich möchte behaupten, dass wir von einer solchen Welt, in der nur rationale Entscheidungen des eben genannten Typs als „gute“ Entscheidungen angesehen werden, gar nicht so weit entfernt sind.

Um herauszufinden, welche Möglichkeiten wir haben, die Cloud-Services zu nutzen und trotzdem der Bevormundung zu entgehen, sollten wir unser Augenmerk auf die Verfahren richten, die wir sonst benutzen, wenn wir Entscheidungen zum Handeln treffen und wenn wir keine gesicherte Faktenbasis und keine mathematisch-logischen Schlussverfahren haben. Wir haben dafür von Alters her zwei Prinzipien, die bekanntlich zusammenhängen: Erfahrung und Vertrauen. Beide Prinzipien sind der Cloud und den Maschinen, die darin stehen, grundsätzlich fremd. Kein Computernetzwerk ist je selbst auf einen Berg gestiegen, und kein Großrechner hat je selbst einen Abgeordneten oder einen Präsidenten gewählt und ist von ihm enttäuscht worden. Erfahrung ist nicht die Summe des Wissens über das, was geschehen ist, Erfahrung ist ein ganz individuelles Sediment aus Erfolgen und Niederlagen, aus Bestätigungen und Enttäuschungen, das nur wir Menschen ausbilden können und das jedem nur selbst gehört.

Jörg Friedrich

Wissensmanagement für den Kunden

Wenn ein Unternehmen sehr lange mit dem gleichen Softwarelieferanten bei der Weiterentwicklung einer Software zusammenarbeitet kann es leicht passieren, dass die IT-Mitarbeiter des Kunden Stück für Stück das Wissen über die Anwendung verlieren. So begibt sich der Kunde in eine immer stärkere Abhängigkeit von der Entwicklerfirma: Er weiß nicht mehr, wie die Anwendung eigentlich funktioniert, welche Verbesserungen mit welchem Aufwand möglich sind, ob Probleme im Betrieb auf unzureichende Softwarequalität zurückzuführen sind und ob Preiskalkulationen für Neuerungen wirklich angemessen sind.

Für den Lieferanten scheint es eine komfortable Position zu sein. Irgendwann ist der Moment erreicht, in der der Kunde gar keine Chance mehr hat, ohne den Lieferanten auszukommen und sich vielleicht einen neuen Partner zu suchen.

Aber der Schein trügt. Zunehmende Abhängigkeit ist mit abnehmender Entscheidungsfreude beim Kunden verbunden. Bald wird an der Software nur noch das Nötigste getan, und innovative Neuerungen, an denen beide Seiten Spaß hätten, werden vermieden. Irgendwann entschließt sich der Kunde, das alte System zu beerdigen und eine Neuentwicklung in Auftrag zu geben – vorzugsweise bei einem anderen Anbieter.

Ein weitsichtiger Softwarelieferant überlegt deshalb von Anfang einer Partnerschaft an, wie er seinen Kunden mit ausreichendem, aktuellem und wirklich präsentem Wissen über die Anwendung versorgen kann. Ihm nur zu zeigen, „wo die Dokumentation steht“ und ihm großzügig zu erlauben, diese jederzeit abrufen zu können, reicht dafür nicht aus.

Zentrales Element eines partnerschaftlichen Wissensmanagements kann ein regelmäßiger Wissens- und Innovationsworkshop sein, in dem der Lieferant den Kunden über relevante technische Neuerungen informiert und die Konsequenzen für die Applikation diskutiert werden. In diesem Workshop sollten auch die aktuellen Veränderungen in der Softwarearchitektur demonstriert werden.

Natürlich hat auch der Kunde seinen aktiven Beitrag zu leisten. Dazu gehört, dass er kompetente Mitarbeiter benennt, die durch den Lieferanten auf dem Laufenden gehalten werden sollten. Diese werden dann regelmäßig per Newsletter über Neuigkeiten informiert.

Ein aussagefähiger Release-Letter, der bei Neuauslieferungen alle technologischen Konsequenzen der letzten Änderungen enthält, ist ebenso Bestandteil des Wissensmanagements. In einem Workshop sollte dieses Dokument diskutiert werden.

Häufig erweist sich ein Wiki als Wissensspeicher als geeignet. Dieses muss aber sinnvoll strukturiert und verschlagwortet sein – aber das soll ein andermal dargestellt werden.

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