Spezifikation

Aus Cascade

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Die Spezifikation von Anforderungen im IT Projekt umfasst die schrittweise Detaillierung und Dokumentation aller Informationen, die notwendig sind, damit eine Anforderung letztlich durch die Software erfüllt werden kann. Dafür werden im Verlauf des Spezifikationsprozesses nacheinander eine Reihe von Dokumenten erstellt, die aufeinander aufbauen und in denen die notwendigen Informationen strukturiert, konsistent und vollständig erfasst werden.

Zur Spezifikation von Anforderungen gehören also sowohl Dokumente, die als Vorgaben für die Softwareentwicklung oder für den Anbieter einer Standardsoftware zu interpretieren sind, als auch Dokumente, auf deren Basis die Erfüllung der Anforderungen letztlich überprüft und bestätigt werden kann (Teststrategie, Testkonzept, Testfallkatalog und Abnahmedokument).

Damit eine Spezifikation erfolgreich sein kann, muss sie nach klaren Regeln vonstatten gehen und auf Dokumentvorlagen basieren. Die Cascade-Dokumentvorlagen ordnen sich deshalb in einen Prozess ein, der am V-Modell orientiert ist und enthalten Leitfäden und Richtlinien für die praktische Arbeit des Spezifikations-Autors.

Man kann den Spezifikationsprozess für eine Software sehr gut mit dem Vorgehen eines Architekten beim Entwurf eines Hauses vergleichen. Auch der Architekt erfasst zunächst die allgemeinen Vorstellungen des Bauherrn und macht dann immer detailliertere Vorgaben für das Bauunternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Die Anforderungsliste

Der Spezifikationsprozess beginnt mit der Dokumentation der Anforderungen selbst in einer Anforderungsliste. Der Autor der Anforderungsliste beantwortet die Fragen

  • Was will der Sponsor erreichen? (Geschäftsanforderungen)
  • Was will der Benutzer erreichen? (Benutzeranforderungen)
  • Welche Rahmenbedingungen und Einschränkungen gibt es?

Der Architekt eines Hauses würde in einem solchen Dokument festhalten, ob es sich um ein Wohnhaus für eine Familie, ein Mehrgenerationenhaus oder ein Bürogebäude handeln soll, wieviele Kinder im Haushalt leben werden, ob Stellplätze für Fahrzeuge gebraucht werden, welche Hobbies die Familie hat u.ä.

Das Fachkonzept

Auf der Basis der Anforderungsliste wird ein Fachkonzept erstellt (alternative Begriffe: Lastenheft, "Fachliche Spezifikation", "Requirement Specification"). Das Fachkonzept beantwortet die Fragen:

  • Wie sieht die Software von außen aus?
  • Welche Einschränkungen für das Aussehen der Software gibt es?

Diese Außensicht bezieht sich sowohl auf das Aussehen der Benutzerschnittstelle (Dialoge, Menüs, Berichte) als auch auf Schnittstellen zu anderen Systemen, wenn die Software an andere Softwarelösungen Daten weitergibt oder Daten von ihnen empfängt.

Der Architekt eines Hauses wird an dieser Stelle Darstellungen des Hauses von Außen entwickeln, Ansichten und Grundrisse zeichnen, aber auch berechnen, wie groß die einzelnen Zimmer werden, welche Flächen die Wände haben usw. Er wird auch bereits darstellen, wie das Haus mit Strom und Wasser versorgt wird und wo sich die entsprechenden Anschlüsse befinden. Bei der Erstellung dieser Pläne wird der Architekt die Vorgaben der Gemeinde (Bebauungsplan, Erschließungspläne) beachten und dies entsprechend verzeichnen.

Auf der Basis eines solchen Planes wird der Bauherr bereits wissen wollen, wie teuer das Haus insgesammt wird, und der Architekt wird eine erste vorläufige Kalkulation vorlegen, auf deren rundlage der Bauherr sich vielleicht entscheidet, Abstriche an seinen Vorstellungen zu machen. So ist es auch beim Fachkonzept für eine Software. Auf Basis eines gut strukturierten Fachkonzeptes ist eine Kostenkalkulation möglich, nach der entsprechend der Priorisierung der Anforderungen Anpaasungen im Umfang der vorgesehenen Lösung vorgenommen werden.

Das DV-Konzept

Das Fachkonzept ist die Grundlage für das DV-Konzept (alternative Begriffe: Pflichtenheft, "Technische Spezifikation", "Detailed Requirement Specification", "Technical Design") in dem die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Wie sieht die Software im Inneren aus?
  • Aus welchen Bausteinen besteht die Lösung?
  • Welche Schichten gibt es in der Software, wie hängen diese miteinander zusammen?
  • Welche technischen Details sind umzusetzen?

Das DV-Konzept wird manchmal in mehreren Detaillierungsschritten entwickelt ("High Level Design", "Low Level Design").

Auch hier lässt sich wieder ein guter Vergleich zum Hausbau ziehen: Dem DV-Konzept entspricht hier die sogennante Ausführungsplanung, in der genau festgelegt wird, wie Fundamente, Decken, Wände, Installationsleitungen usw zu realisieren sind.

Test-Spezifikationen

Mit den Vorgaben für den Lieferanten der Software (unabhängig davon, ob es eine Individuallösung oder ein Standard-Produkt ist) ist der Spezifikationsprozess noch nicht beendet. Auch die Ableitung der Testdokumente, die entsprechend der Grundidee des V-Modell auf den verschiedenen Ebenen der Spezifikation entsprechend erfolgt, gehört zur Anforderungsspezifikation.

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